Mit viel Liebe und Konsequenz zum ausgebildeten Blindenführhund.

In unserer Schule werden überwiegend Retriever (Labrador, Golden und Mischlinge aus diesen) ausgebildet. Dabei ist uns wichtig, dass diese Tiere nicht aus Massenzuchten und dem gewerblichen Hundehandel kommen. Um das gewährleisten zu können, haben wir eine eigene Zucht aufgebaut.

Unsere Hunde werden in Patenfamilien großgezogen, sozialisiert und während der ganzen Zeit von uns betreut. So lässt sich auch relativ schnell feststellen, welche Welpen bzw. Junghunde für die Ausbildung zum Blindenführhund in Frage kommen. Ein optimaler Gesundheitszustand, eine gute Kondition sowie ein ausgeglichenes Nervenkostüm sind Grundvoraussetzungen für die Ausbildung zum Blindenführhund. Ob diese Voraussetzungen erfüllt werden, wird vor Beginn der Ausbildung von Tierärzten und unseren Trainern überprüft. Wenn der Hund geeignet ist, kommt er direkt von der Patenfamilie in das private Wohnumfeld seines Trainers oder seiner Trainerin, da wir ohne Zwingerhaltung arbeiten.

Die Ausbildung eines Blindenführhundes erfordert ein fundiertes Fachwissen, eine gute Beobachtungsgabe, Einfühlungsvermögen aber vor allem auch viel Geduld und Liebe zum Hund. Durch regelmäßige Treffen mit Führhundhaltern/-innen, Führhundausbildern/-innen, Mobilitätstrainern/-innen sowie verschiedenste Weiterbildungen, ergibt sich eine breite Basis für einen Erfahrungsaustausch.

Eine gesunde, kräftige Konstitution ist für die anstrengende Arbeit eines Blindenführhundes absolut notwendig. Die Hunde müssen frei von Hüftgelenk- und Ellbogen-Dysplasie sein und generell über einen gesunden Körperbau und eine gute Muskulatur verfügen.

Die Ausbildung beginnt in einem Alter von ca. ein bis zwei Jahren und dauert je nach Hund etwa neun Monate. Blindenführhunde lernen in ihrer Ausbildung über 30 verschiedene Hörzeichen zu unterscheiden. Sie lernen, geradeaus zu führen, links und rechts zu unterscheiden und Hindernisse aller Art, am Boden, auf der Seite und in Kopfhöhe des Menschen, anzuzeigen oder zu umgehen. Das Aufsuchen von Fußgängerstreifen, Treppen, Türen, Schaltern, freien Sitzplätzen und öffentlichen Verkehrsmitteln gehört ebenfalls zur Grundausbildung.

Blindenführhunde werden darauf trainiert, in bestimmten Situationen selbstständig Entscheidungen zu treffen und auch aktiv den Gehorsam zu verweigern z. B. bei Baustellen oder unbekannten Hindernissen. Wichtig ist, dass wir auch noch sehr spät die Ausbildung abbrechen wenn sich dann erst evtl. Mängel beim Hund erkennen lassen.

Ist die Ausbildung des Hundes beendet, müssen Trainer/-in und Hund ihr Können bei einer Prüfung (unter der Dunkelbrille) unter Beweis stellen. Am Ende der Ausbildung steht die bei uns ca. vier Wochen dauernde Einarbeitung des Führhundes mit seinem zukünftigen Halter/-in. In dieser Zeit wird der blinde oder sehbehinderte Mensch in die Pflege, Fütterung und das Führverhalten seines Hundes eingeführt. Auch über die Gesundheit und evtl. auftretende mögliche Krankheiten und das allgemeine Verhalten des Hundes wird informiert.

Das endgültige Ziel des Lehrganges ist, dass der Mensch sich von seinem Hund so führen lässt, dass Dritte und das Gespann im Straßenverkehr nicht gefährdet werden. Der Lehrgang wird mit einer Gespannprüfung (nach den Richtlinien des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.), die durch unabhängige Prüfer/-innen abgenommen wird, beendet.

Damit der hohe Standard der Ausbildung über die Jahre gewährleistet bleibt, gibt es bei uns eine laufende Nachbetreuung der Gespanne.