Drodowsky und Elmo

Ein Brief vom Führhund Elmo an seinen Bruder Enyo

Hallo Enyo,

schön, etwas von dir zu hören. Frauchen hat mir alles vorgelesen und ich bin fasziniert, wie ähnlich wir beide uns sind. Nur zerstöre ich solche Dinge, um die Reißfestigkeit zu prüfen. Selbst ein 20-Euro-Schein musste bereits darunter leiden. Frauchen war echt entnervt. Blieb aber recht ruhig. Wir sind dann zur Post und haben den kaputten in einen heilen Schein umgetauscht. Das war mal wieder echt stark, weil wir am Bahnhof aus dem Bus stiegen und bis zur Post liefen. Frauchen meinte, so könnten wir das Unnütze mit dem Nützlichen verbinden. Hab ich irgendwie nicht verstanden.

Ich bin immer noch begeisterter Krümmeljäger. Doch irgendwie wird das auch weniger. Selbst bei meinem Kumpel „Herrchen“. Dabei schleiche ich so leise um ihn herum, dass ich manchmal den Kopf fast auf den Tisch legen kann. Aber beim näheren Untersuchen von Dingen, die extra für mich auf den Boden gefallen sind, bekommen die beiden alles sofort mit. Echt schade, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Jetzt war ich zwei Wochen bei Frauchens Tochter, die heißt Sabrina und ist echt toll und die hat sogar zwei Kinder, die so lecker schmecken. Ich durfte sie an den Händen und sogar im Gesicht lecken. Bei meinem Frauchen wage ich das nicht, die hätte bestimmt etwas dagegen. Dabei habe ich doch so eine weiche, warme, feuchte Zunge.

Nun bin ich wieder zu Hause und ich glaube, Frauchen ist total glücklich. Da ihre linke Hand noch ver-letzt ist, kann sie mit mir nicht im Geschirr laufen, doch ich denke, dass schadet mir nicht, denn ich bin ja nicht dement 😉 Na, mal schauen, wann es wieder so richtig losgeht. Ich laufe gern mit ihr. Es gibt stets viel Lob und manchmal kleine Leckereien. Allerdings könnten die auch gern größer sei doch da geht sie gar nicht erst drauf ein, komisch, oder?!

Ach ja, und vor einer Woche waren wir im Tierpark. Oh, war das gruselig. Da gab es kleine schreiende Fellnasen, die, glaube ich, Makaken genannt wurden. Ob die wohl überall hin machen? 😉 Und da wa-ren riesige Flugzeuge mit Federn, die schrien auch so und machten mir echt Angst. Die Fellnasen wa-ren echt hinterlistig. Die wackelten immer mit ihrem Schwanz und wenn ich freudig näher kam, schrien sie wie von der Tarantel gestochen. Dabei wollte ich doch nur spielen. Da gelobe ich mir doch einen echten Kumpel, der mich, meine Rute und meine Haarstellung versteht.

Heute habe ich mit Bounty, einem braunen Labrador, gespielt. Merkwürdig ist, dass er immer aufbockt. Man könnte fast meinen, der liebt mich, aber ich bin doch nicht schwul! Und zur Freude meines gelieb-ten Frauchens, bin ich anschließend noch in den Ententeich gesprungen. Sie hat vor lauter Begeiste-rung gejubelt. Danach sind wir noch ein Stück des Weges gelaufen, wo ich ihr dann noch eine kleine stinkende Pfütze gezeigt habe. Vor lauter Stolz hat sie mich dann an die Leine genommen, bestimmt, um mit mir anzugeben. Beim nächsten Mal berichte ich über meine Qualitäten als Führhund. Du wirst staunen, wie gut ich bin und wie super sich Frauchen mit mir versteht bzw. sie sich entwickelt hat;-)

Schwanzwedelnde Grüße von deinem Elmo